Benediktinerstift Melk / Donau, Bibliothek + Kolomanisaal

Konstruktive Ertüchtigung der Gewölbedecken über der Bibliothek und dem Kolomanisaal: 

Bibliothek:

Wie bei den meisten Barockbauten üblich wurden auch bei der Bibliothek oberhalb der Gewölbedecke schmiedeeiserne Schrägschließen eingebaut, welche bei der Ableitung der Horizontalkräfte in die Längswände des Raumes unterstützend mitwirken sollten. Es wurden im Bereich der Längswände vier Schrägschließen, Querschnitt 25/50 mm, eingebaut, welche in hölzerne Doppelbalken oberhalb der Gewölbeschale liegend verankert waren.
Durch den schon angegriffenen Bauzustand der Holzbalken sowie durch die Art des Anschlusses der Schließenköpfe in die Holzbalken mit den in der Barockzeit üblichen Verbindungsmittel, ist die Tragwirkung der alten Schrägverschließung weitgehend unwirksam geworden, was entsprechende Risseschäden in der Gewölbedecke hervorgerufen hat.
Für die Ertüchtigung bzw. Sanierung der Schrägverschließung wurden im Dachraum vier Brettschichtbinder 20/60 cm eingebaut und zwar wegen der geometrischen Gegebenheiten Gewölbedecke – Dachtragwerk in gekrümmter Form.

Bei der ggstdl. Ertüchtigung wurden jedoch keine neuen Schrägschließen mit entsprechender Verankerung in den Längswänden eingebaut, sondern es wurden die bestehenden schmiedeeisernen Schließen durch eine besondere Konstruktion mit Metallkleber und vorgespannten Schrauben in Verbindung mit Stahlplatten „eingefangen“ und in die neuen Leimbinder verankert, wobei am Kopf dieser Konstruktion eine entsprechende Spannmöglichkeit konstruiert wurde.
Es wurden auch an den Stirnseiten des Raumes Schrägschließen in die neue Konstruktion eingebunden.
Siehe Planbeilagen.

Kolomanisaal:

Ähnlich wie bei der Gewölbedecke über der Bibliothek waren auch beim Kolomanisaal eiserne Schrägschließen für die unterstützende Aufnahme von Horizontalkräften der Gewölbedecke eingebaut worden und zwar in jeder Schließenachse zwei Lagen Schließen übereinander, wobei die obere Schließenlage kaum eine unterstützende Tragwirkung für die Ableitung der Horizontalkräfte aus der Gewölbedecke entfalten konnte. 
Für die Ertüchtigung der Verschließungskonstruktion wurden im Dachraum pro Schließenachse zwei gerade Brettschichtbinder 14/60 cm eingebaut und zwar jeweils beidseitig der Schließenachse. Die oberen Schließen wurden über Querträger direkt an die Seitenflächen der Holzbinder angeschlossen, die wirksameren unteren Schließen rd. 16/45 mm wurden wie bei der Bibliothek beschrieben „eingefangen“ und auf den Oberkanten der Brettschichtbinder verankert.
Auch an den Stirnseiten des Saales wurden jeweils zwei Verschließungen ertüchtigt.
Siehe Planbeilagen. 


Projektdetails

Jahr(e): 1990

Kategorie: Sicherung historischer Bauten

Auftrag: Benediktinerstift Melk