NÖ Landhaus

Allgemeines:
Lt. beiliegendem Lageplan umfasst das NÖ Landhaus die Häuser 1, 1A, 1B, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 7A, 8, 9, 11, 12, 13, 14, 15, 15A, 15B, 16, 16A, 17, und 17A, also 23 Gebäude.
1986 wurde vom NÖ Landtag auf Grund der Volksbefragung 03/1986 beschlossen, dass St. Pölten die Landeshauptstadt von NÖ werden soll. Noch 10/1986 wurde ein dreiköpfiges Projektmanagement mit DI Steiner an der Spitze bestellt und die NÖPLAN – Gesellschaft für die Planung und Errichtung des Regierungsviertels gegründet. 1990 gewinnt Arch. DI Hoffmann aus Wien den Architektenwettbewerb für das Landhaus und wird mit der Planung beauftragt.
1991 wird die ARGE Statik NÖ Landhaus (DI Klestil – DI H. Zieritz) mit der konstruktiven Planung beauftragt (später DI Toms mit einem Teil der Ausführungsplanung, DI Harrer Landtagsgebäude und DI Prem Klangturm).
Am 25.05.1992 wird die Baubewilligung erteilt, am 13.09.1992 erfolgt der Spatenstich.

Die Baugrubenumschließung:

Es war eine rd. 625m lange und rd. 280m breite Baugrube gegen das drückende Grundwasser zu umschließen, wobei die Baugrubenumschließung entsprechend den drei Bauabschnitten von Nord nach Süd hergestellt wurde. Der tiefstliegende Bauteil ist der in der Längsachse des Landhauses verlaufende Hauptkollektor, lt. dem beiliegendem hydrogeologischen Längenschnitt betrug die maximale Höhe der Wassersäule Grundwasserspiegel – Baugrubensohle rd. 5 m, dieser Wasserdruck musste von der Baugrubenumschließung ohne nennenswerte Wasserzutritte in die Baugrube aufgenommen werden. Im Bescheid der Wasserrechtsbehörde wurde die max. abzupumpende Wassermenge mit 20l/sec begrenzt, dieser Wert wurde immer unterschritten.
Es kamen vier Typen von Umschließungswänden zum Einsatz: Schmalwände, Spundwände, Dichtschlitzwände und Bodenvermörtelung (Düsenstrahlverfahren – DSV).
Die Planung und örtliche Bauaufsicht für die gesamte Baugrubenumschließung oblag in alleiniger Verantwortung dem Büro hcz.

Die Weiße Wanne:

Die durchgehenden Untergeschosse des Landhausbezirkes, welche den Unterbau der aufgehenden Amts- gebäude bilden, stehen bis zu 5m im Grundwasser, das konstruktive Planungsteam Klestil – Zieritz hat dem Bauherrn zur Abdichtung der wasserberührten Bauwerksteile die Ausführung einer sogenannten „Weißen Wanne“ vorgeschlagen, bei dieser Bauweise, welche zum Zeitpunkt der Ausführung des Regierungsviertels noch vergleichsweise jung war, erfolgt die Abdichtung gegen das drückende Wasser durch den Stahlbetonbauteil selbst, wobei bei der Ausführung der Stahlbetonbauteile besondere Kriterien zu beachten sind. Auf dem konstruktiven Planungsteam lag für den Erfolg der Bauweise eine besondere Verantwortung. Die Weiße Wanne umfasst das gesamte Regierungsviertel, sie ist bis zu 615m lang und bis zu 240m breit und ist damit einer der größten Wannen Europas.

Die Konstruktion der Gebäude:

Die oben angeführten 23 Gebäude wachsen aus den durchgehenden ein – bis zweigeschossigen Untergeschossen heraus, in welchen auch die Garagen liegen. Wie die Untergeschosse sind auch die aufgehenden Gebäude in Stahlbetonortbetonbauweise ausgeführt worden, lediglich das Haus Nr. 11 (Speisepavillon) wurde in Stahlskelettbauweise mit Stahlbetonplattendecken ausgeführt (siehe Foto).


Projektdetails

Jahr(e): 1991 - 1997

Kategorie: Konstruktive Planung

Auftrag: NÖ Landeshauptstadt – PlanungsgesellschaftmbH